Höhlenmalerei (ca. 20000 v.Chr.)

auch "Felsbilder" oder "Pentroglyphen" genannt, sind die ersten, bekannten künstlerischen Leistungen der Menschen.

Antike- Kunst (ca. 2000 v. Chr.)

wird in drei Epochen unterteilt, die griechisch-hellenistische Epoche, die römische Antike und die Spätantike, auch römisch-griechische Kunst genannt. Die Kunst dieser Zeit gilt als sehr vollendet und viele spätere Künstler nahmen sie sich zum Vorbild

Frühchristentum- frühchristliche Kunst (ca. 200-600)

auch Altchristentum genannt, hat seine Ursprünge im römischen Reich und im Orient. Zunächst hielt man sich an die Vorbilder der Antike, erst später strebte man nach religiöser Erneuerung in der Kunst.

Byzanz- byzantinische Kunst (ca. 400-1450)

wird unterteilt in früh- mittel- und spätbyzantinische Kunst oder als makedonische, paläologische oder komnenische Periode. In der Kunst wird eine Abkehr der wirklichkeitsnahen Darstellungsweise deutlich. Gleichförmige Figuren verleihen den Darstellungen eine unpersönliche Würde.

Romanik- romanische Kunst (ca. 950-1200)

war der erste einheitliche Stil des frühen Mittelalters. Die Bezeichnung "Romanik" wurde erst zu Beginn des 20.Jahrhundert in Frankreich geprägt. Während dieser Epoche wurden vorwiegend Bücher, Glas und Wände bemalt. Die größten Leistungen der Romanik entstanden in der Baukunst. Die Malerei bezog sich fast ausschließlich auf religiöse Themen, nur wenige Herrscher ließen sich porträtieren. Die Bilder dieser Zeit erscheinen uns heute unwirklich und flach da sie ohne räumliche Tiefe und ohne Licht-und Schattendarstellung sind.

Reichenauer Malerschule

Das Benediktinerkloster war in der ottonischen Kunst (Romanik) sehr bedeutend. Die Buch- und Wandmalerei dieser Vereinigung zeichnet sich aus durch pflanzliche Ornamente.

Gotik- gotische Kunst (ca. 1150-1400)

hat ihren Ursprung in Frankreich. Die Bezeichnung "Gotik" entstand im 16. Jahrhundert durch den Kunsttheoretiker Giorgio Vasari. Während dieser Epoche wurden die ersten Tafeln bemalt, die hauptsächlich dem Schmuck von Altären dienten. Noch immer waren die Motive meist religiös orientiert. Aber auch die ersten Gemälde mit alltäglichen Motiven, Interieurs und Landschaften tauchen auf. Die Glasmalerei hat in dieser Zeit ihren Höhepunkt und man beginnt mit der "Genremalerei". Die Epoche endet ca. 1500 in Italien mit der "Spätgotik". Die Gemälde werden da schon figürlicher und wirklichkeitsgetreuer. In der Spätgotik gibt es auch die spanische Stilstufe, den "Florido-Stil" und die englisch/französische den "Flamboyant-Stil".

Protorenaissance

auch Vorrenaissance genannt, gab es ausschließlich in Italien und Südfrankreich.

Renaissance(ca. 1400-1550)

wird unterschieden in Früh-, Hoch- und Spätrenaissance. Die Bezeichnung "Renaissance" wurde erst im 19.Jahrhundert geprägt und hieß seinerzeit "rinascita". Die Kunst dieser Epoche weist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedliche Formen auf. In Deutschland und Österreich beispielsweise war der "Donaustil" richtungsweisend. In der Renaissance war man sehr bemüht die Natur idealisiert und vollkommen wiederzugeben. Die Menschen wurden als einmalig wahrgenommen und sollten möglichst anatomisch genau dargestellt werden. Das künstlerische Empfinden zielte auf Harmonie und Proportionen. Durch die Perspektivdarstellung gewannen die Gemälde an überzeugender Räumlickeit. Die Spätphase dieser Epoche wird auch Manierismus genannt.

Maniera bizantina (ca. 1400-1650)

italienische und südosteuropäische Stilrichtung, die hauptsächlich Fresken und Ikonen malten. Die Farbpalette wurde stark eingeschränkt und die Künstler kehrten zu frühchristlichen Idealen zurück.

Florisstil

hat seine Ursprünge in den Niederlanden und Deutschland. Der Name ist von dem Bildhauer Cornelis Floris abgeleitet. Er beinhaltet hauptsächlich Ornamentdekorationen und ist eine Weiterentwicklung der " Groteske".

Manierismus- manieristische Kunst (ca. 1500-1600)

ist die Stilrichtung des Übergangs von Renaissance zu Barock. Der Manierismus ist im Gegensatz zur Renaissance um unnatürlich erscheinende Personen, Unruhe und komplizierte Inhalte bemüht. Die Motive sind oft schwer zu verstehen. Auch die italienische Künstlergruppe der "Schule von Fontainebleau" waren Vertreter des Manierismus.

Stroganow-Schule(ca. 1550-1650)

erhielt ihren Namen von der russischen Kaufmannsfamilie Stroganow, die verschiedene Kunstwerke besonders aber Ikonenmalerei in Auftrag gab. Die Gemälde zeichnen sich durch lockere Formen und miniaturhaftes Format aus.

Barock (ca. 1550-1750)

wird unterschieden in Früh-, Hoch- und Spätbarock. Der Ursprung ist in Italien zu finden und war in katholischen Gebieten besonders ausgeprägt. Allgemeine Merkmale dieser Epoche sind ausgreifende Gestik, starker Gefühlsausdruck und kräftige Licht- und Schatteneffekte das die abgrenzenden Linien aufhebt. Die Bilder sind voll üppiger Menschen und Sinnenfreude. In dieser Epoche finden wir auch die "Caravaggisten", eine Malergruppe die mit neuartigen Lichtreflexen und einer plastischen Modellierung der Gegenstände die Kunst des 17. Jahrhunderts und die niederländischen Künstler der "Utrechter Schule", beeinflußte.

Rokoko (ca. 1700-1800)

Das Rokoko hat seinen Namen durch seine weitverbreitete Ornamentsform einer Muschel(Rocaille). Die Kunst des Rokoko war vor allem in Deutschland und Frankreich verbreitet. Der Stil diente vor allem der Dekoration und der Lust des Schauens. Die Gemälde sind voll graziöser Zierlichkeit, hübscher Kinder, künstlicher Kleinteiligkeit und heller Farben.

Aufklärung (ca. 1750)

ist der Ursprung von Klassizismus und Romantik.

Klassizismus- klassizistische Kunst(ca. 1750-1850)

In einigen Ländern wird diese Stilepoche auch als "Neoklassizismus" bezeichnet. Er hat seinen Ursprung in der "Aufklärung", die wieder zu strengeren Formen und inhaltlicher Wirklichkeit zurückkehrte. Durch zahlreiche Ausgrabungsberichte (z.B.Pompeji) beeinfußt, versuchte man die kunstvolle, stille Größe der Antike wiederzubeleben. Das ist besonders deutlich in der damaligen Architektur wiederzuerkennen. Besonders bevorzugte Motive sind Helden der Geschichte, die wieder feste Umrisse bekommen. Die gezeichnete Linie wird betont und die Farbwahl ist wieder kühler. Als eigene Kunstrichtung bildete das "Empire", eine französische Sonderform des Klassizismus.

Romantik- romantische Kunst (um 1800)

ist die Kunstrichtung die gleichzeitig zum Klassizismus verlief, aber eine entgegengesetzte Geisteshaltung aufweist und eine allgemeine Unzufriedenheit reflektiert. Die Ursprünge finden sich in England. In den Gemälden spiegelt sich eine enge Beziehung von Mensch und Natur wieder. Die Wiederentdeckung der Märchen- und Sagenfiguren findet sich in vielen poetischen Darstellungen und eine Erneuerung der christlichen Malerei wurde angestrebt. Das wird besonders in den Werken der Künstlergruppe der "Nazarener" deutlich, die eine mönchhafte Lebensgemeinschaft anstrebten. In Russland bildete sich die "Mir Iskusstwa", eine Künstlervereinigung die sich gegen den "Akademismus" wandte.

Biedermeier (ca. 1800-1850)

ist eine vorwiegend österreichische und deutsche Kunstrichtung, die mit sachlicher Genauigkeit Alltagsthemen und Familienleben humorvoll wiedergibt. Die Werke sind meist kleinformatig und von scheinbarer Gemütlichkeit.

Dachauer Malerschule (ca. 1820-1890)

eine süddeutsche Künstlerverbindung, die zu dieser Zeit schon sehr gewagte Hervorhebung der Farben und dekorative Reduktion der Figuren versuchte.

Macchiaioli (ca. 1850)

eine italienische Künstlervereinigung, die mit leuchtenden Farbtupfern arbeitete und eine flächenhafte Malweise bevorzugte.

Realismus (19. Jahrhundert)

wurde im 19. Jahrhundert von Gustave Courbet als Stilbegriff geprägt. Man versteht darunter die Wiedergabe der sichtbaren Wirklichkeit. In dieser Zeit begannen die Künstler im Freien zu malen, was erst durch die Erfindung von Ölfarben in Tuben (um 1830) ermöglicht wurde. Im Realismus finden wir auch die Landschaftsmaler der "Schule von Barbizon", einer Gruppe französischer Künstler, die durch stimmungsvolle, schlichte Naturdarstellungen bekannt wurden. Aber auch die Vertreter der "Haager Schule", einer niederländischen Künstlervereinigung, die durch melancholische Atmosphäre und spezielle Lichtspiele bekannt wurde.

Naturalismus

ist in nahezu jeder Kunstepoche vertreten und somit auch noch in der Gegenwart zu finden. Der Begriff " Naturalismus" wurde um 1880 durch Castagnary geprägt. Es ist die künstlerische Methode mit nahezu fotografischer Genauigkeit Gegenstände oder Erscheinungen zu reproduzieren.

Impressionismus- impressionistische Kunst (ab 1850)

diesen Namen erhielt die Stilrichtung durch das Gemälde Claude Monets "Impression, soleil levant" in Frankreich. Charakteristisch ist die Fertigstellung in der freien Natur mit hellen, unvermischten Farben und kurzen Pinselstrichen. Die Bilder haben keine bestimmte Handlung, sondern wollen unbefangen den Eindruck des Augenblickes wiederspiegeln. Wie kaum vorher in der Kunst konnten die Impressionisten stimmungsvolle Bilder vom Wechselspiel des Lichts, vielfältige Reflexe von der Bewegung des Wassers und hektisches Großstadttreiben auf der Leinwand einfangen. Ein Kunststil des Spätimpressionismus ist der "Cloisonnismus", der von Emile Bernard entwickelt wurde.

Neoimpressionismus

auch Pointillismus genannt ist ein Zweig des Impressionismus. Bei dieser Stilrichtung wurde die impressionistische Farbgebung verschärft indem man Kontrastfarben punktförmig nebeneinander setzte. Dadurch hat der Betrachter den Eindruck die Formen würden verschwimmen und die Farben flirren. Georg Seurat, ein bekannter Künstler dieser Technik, nannte die Methode auch "Divisionismus".

Historismus

auch Elektizismus genannt, ist die Mischung von Kunststilen vergangener Epochen z.B. "Neugotik", "Neurenaissance", "zweites Rokoko" oder "Neubarock", auf die man zurückgriff. Begonnen hat man damit bereits im 18. Jahrhundert.

Symbolismus (ca. 1880-1910)

wandte sich gegen die reine Wiedergabe der Wirklichkeit und widmete sich mehr den Träumen, Phantasien und dem Seelenzustand. Die eher mystischen Motiven sind eng verwandt mit denen der "Präraffaeliten". Eine englische Variante des Symbolismus ist die "Aesthetic Movement".

Schule von Pont-Aven (ca. 1885-1895)

war ein Zusammenschluß von Künstlern in dem südbretonischen Dorf Pont-Aven. Die Maler um Paul Gauguin wollten dem Großstadtleben entfliehen und zur Natur zurückkehren. So entstand der "Syntheismus", dem es um natürliche Farben und den Verzicht auf Details ging.

Arts- and Crafts Movement(Ende des 19. Jahrhunderts)

Wegbereiter des Jugendstil. Englische Reformbewegung von Künstlern und Kunsthandwerkern die sich gegen eine industrielle Massenproduktion wehren wollten. Vorreiter der Kunstschule "Bauhaus", die richtungsweisend neue Gestaltungsprinzipien lehrte und der Vereinigung "de Stijl", die jede Naturwiedergabe ablehnte.

Nabis (ca. 1890-1900)

eine französische Künstlervereinigung, die ableitend von Gemälden Paul Gauguins und japanischen Holzschnitten, Bilder mit dekorativen und ausdrucksbetonten Gestaltungsweisen anstrebte.

Jugendstil (1890-1920)

auch als "Art nouveau" bekannt, löste den Manierismus ab. Charakteristisch für diesen Stil sind schön geschwungene Ornamente, blumige Darstellungen die sich dem Betrachter als schmückende Fläche zeigen. Entscheidenden Einfluß hatten die "Präraffaeliten", eine englische Künstlervereinigung, die eine Reform des Kunsthandwerks anstrebten und auf ihren Bildern eine große dekorative Wirkung erzielten.

Der blaue Reiter

in München und "Die Brücke" in Dresden sind Vorläufer des Expressionismus. Die Künstler waren bemüht das Ausdrucksvermögen der Bilder zu erweitern. Charakteristisch sind die einfache Formgebung die Vielfältigkeit der Farben und die Betonung der Fläche. Im Nationalsozialismus wurden die Werke als "entartete Kunst" verfemt.

Expressionismus- expressionistische Kunst (ab ca.1900)

lehnt weitgehend alle bis dahin repräsentativen Kunstrichtungen ab. Es ist ein weitreichender Begriff für die avantgardistische Strömung einer Künstlergeneration, die sich gegen die kapitalistische Industriegesellschaft, gegen den Verfall menschlicher Werte und das soziale Gefälle auflehnt. Durch oft schockierende Formen und Farben wollte man die Gleichgültigkeit durchbrechen. Die Farben sind sehr kräftig und ausdrucksstark. Gegenstände sind nicht genau umrissen und nicht mehr der Wirklichkeit entsprechend. Expressionistische Tendenzen findet man bereits bei der Künstlerkolonie "Worpsweder Schule", die durch ihre Bilder der Moor- und Heidelandschaften faszinieren. Für spätere Künstler, die keine Gegenstände mehr darstellten, wurde der Begriff "abstrakter Expressionismus" eingeführt:

Fauvismus (ca. 1890-1910)

französische Parallelbewegung zum Expressionismus, die sich gegen 1907 wieder auflöste.

Futurismus (1900-1920)

hat seinen Ursprung in Italien und war eine radikale Strömung die eine Erneuerung der menschlichen Sensibilität forderte. Die meist unruhigen Bilder drücken die Hektik des modernen Großstadtlebens und das irrationale Fließen des Lebens aus. In Russland bildete sich der "Rayonismus", eine Kunstrichtung die aus dem Futurismus hervorging.

Kubismus- kubistische Kunst (1900-1950)

wird unterschieden in analytischen und synthetischen Kubismus. Der Name entstand durch die an Würfel (Kuben) erinnernten Formen und Bildteile. Charakteristisch ist die systematische Bildstrukturierung in der Formen und Gegenstände von verschiedenen Seiten gleichzeitig abgebildet werden. Sie wurden immer schwerer zu entschlüsseln, bis hin zur Unkenntlichkeit. Später wurden Collagen zusammengestellt, wo man Bildelemente mit Realitätswerten, wie Tapeten- oder Zeitungsstücken, ersetzt.

Orphismus (1910-1930)

ist eine Kunstrichtung, die sich aus dem analytischen Kubismus herausbildete. Viele Künstler, die auch dem "Blauen Reiter" zuzuordnen sind, finden sich in dieser Kunstströmung. In den Gemälden geht es vor allem um den Simultankontrast der Farben und irisartige Brechungen.

Dadaismus (ca. 1910-1930)

auch "Dada Verband" genannt wollte die Öffentlichkeit schockieren und eine "Antikunst" schaffen. Charakteristisch sind Foto- und Schriftmontagen die mittels Satire und Ironie moralische Wertmaßstäbe in Frage stellten.

Cercle et Carré (um 1930)

war eine französische Künstlergruppe, die sich gegen den Surrealismus abzugrenzen versuchte. Aus ihr entstand die "Abstracion-Creation".

Art déco (ca. 1920-1940)

bezeichnet eine Stilrichtung die besonders in Frankreich und Amerika vertreten war. Charakteristisch war der Gebrauch von kostbaren Materialien und die Verwendung von scharfumrandeten Formen und Linien.

Ashcan school ca. 1920-1940)

bezeichnet eine amerikanische Künstlergruppe die das unbeschönigte Leben darstellte.

Aeropittura (ca. 1925-1945)

war eine italienische Kunstströmung, die an den Futurismus anschloß.

Abstraktion- abstrakte Kunst (1910)

ist der Oberbegriff für die Malerei, die den Eigenwert der Farben und Formen betont ohne erkennbare Gegenstände und nicht mehr die äußere Wirklichkeit darstellen will. Bis ca. 1940 hatten geometrische Formen das Übergewicht, später setzte sich der "abstrakte Expressionismus" durch. Eine Grundrichtung der abstrakten Kunst ist der "Konstruktivismus".

Surrealismus- surrealistische Kunst (ca. 1910-1950)

versucht Dinge zusammenzuführen, die keiner sichtbaren Ordnung entsprechen. Die Bilder wirken wie unterbewußte Traumerlebnisse voller Unwirklichkeit. Die Künstler wollten mit ihren Werken eine Erneuerung der Kunst und des Denkens der Menschen bewirken.

Sozialistischer Realismus (ca. 1930-1990)

wurde unter dem Einfluß Stalins in der Sowjetunion ins Leben gerufen und diente dem Zweck alle Künstler zu verpflichten ihre Bilder im Sinne der kommunistischen Partei wiederzugeben.

Pop art (ab 1950)

zeitgenössische Kunstrichtung, die sich parallel in Europa und Amerika entwickelte. Die Künstler kehrten wieder zu guterkennbaren Gegenständen zurück und wollen für alle verständlich sein. Pop-Art reflektiert das moderne Leben und erhebt den Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs und Motive der Werbung zum Kunstwerk.